An alles gedacht?

Oder: Fünf Themen, an die ihr vor eurer Hochzeitsfeier denken solltet.

Ein ernüchternder und doch auch beruhigender Fakt zuerst:

Es ist unmöglich an alles zu denken. Punkt.

Wir geben uns größte Mühe und versuchen es allen und uns selbst recht zu machen. Gerne würde ich euch jetzt sagen, dass das Quatsch ist und dass ihr euch einfach beruhigen sollt. Das mache ich jedoch aus vielerlei Gründen nicht. Es ist schließlich dieser eine Tag im Leben und die Erinnerung daran ist nicht nur schön, sondern versetzt euch immer wieder an diesen Tag zurück. Ihr werdet davon zehren, ein Leben lang.

Deswegen ist die Vorbereitung wichtig und ihr werdet es euch selbst danken, wenn ihr euch Mühe dabei gebt. Dennoch solltet ihr so entspannt an die Sache herangehen wie es nur geht. Macht euch auf Fehler gefasst und rechnet damit, dass nicht alles glatt läuft.

Es muss nicht perfekt werden, sondern echt.

1. Eure Gäste fühlen sich wohl und willkommen.

  • Was das ganz praktisch heißt? Macht es Ihnen angenehm und unkompliziert.
  • Sitzmöglichkeiten zu jeder Zeit. Stehen kann nach einer gewissen Zeit
    anstrengend werden, vor allem für ältere Generationen. Auch nicht zu verachten: Der unbeliebte Aschenbecher – Nicht hübsch, aber notwendig.
  • Parkmöglichkeiten: An so einem Tag muss es manchmal schnell gehen und wer knapp dran ist, sollte sich nicht noch um einen Parkplatz kümmern müssen.
  • Essen: Die einen hatten schlichtweg keine Zeit mehr zum Essen, andere haben nicht daran gedacht und wieder andere haben einfach immer Hunger. Kleine Snacks (kleine Brote, Häppchen, Laugenkonfekt) können da schon helfen. Außerdem solltet ihr nicht zu viel Zeit bis zum Abendessen (oder Nachmittagskuchen) vergehen lassen. Auch wenn das Essen zu schnell wieder abgebaut wird, kann eventuell für noch hungrige Gäste sorgen. Nicht zuletzt, kommt nach dem Tanzen oder nach einigen Stunden erneut der kleine Appetit. Hier hilft ein unkomplizierter Mitternachts-Snack.
  • Notfallkörbchen: Wer sich unwohl fühlt, ist nicht mit Leib und Seele dabei und geht dann eher früher. Tampons, Deo, Haarspray, Zahnseide, Blasenpflaster und so weiter in den Waschräumen können schon helfen.
  • Kinder: Kinder haben einfach andere Bedürfnisse und sind ungeduldiger. Es muss nicht gleich die Kinderbetreuung sein oder das Spielzimmer, aber wenn die Kleinen eine Tüte mit kleinen Spielsachen auspacken dürfen, sind sie zumindest (hoffentlich) kurzzeitig beschäftigt.

2. Verwirrungen vermeiden.

  • Unklarheiten versetzen Menschen gerne in Stress und dann in schlechte Laune. Das lässt sich vermeiden. Was mir dabei geholfen hat? Ich habe das Szenario immer wieder in meinem Kopf abgespielt und dann überlegt, wo Fragen aufkommen könnten.
  • Begrüßung: Wenn ihr selbst nicht vor Ort seid wenn die Gäste kommen, sollte es jemand anderes sein. Eure Trauzeugen, euer Moderater oder euer Zeremonienmeister. Ein freundliches Hallo und Herzlich Willkommen, eine Info zum Ablauf und wo was zu finden ist – Das ist Gold wert und eure Gäste fühlen sich sofort willkommen und umsorgt. Außerdem haben die Gäste sofort eine Ansprechpersonen und bitten nicht das Brautpaar um Hilfe.
  • Sitzplan am Eingang: Immer gut, wenn man sofort weiß, wo man hingehört. Die Tasche ablegen, ankommen und das schönste: Seinen eigenen Namen lesen und zu wissen: Hier wurde an mich gedacht.
  • Getränke und Menükarten: „Meinst du, es gibt auch Aperol Spritz?“ – Solche Unterhaltungen könnt ihr vermeiden. Die Menü und Getränkekarten auf den jeweiligen Plätzen geben Auskunft und niemand muss sich fragen, ob dies oder jenes auch bestellt werden kann. Ein weiter Vorteil: Wenn nur Getränke bestellt werden, die auf der karte stehen und damit mit der Location abgesprochen sind und Teil der Pauschale sind, spart ihr unnötige Kosten für angebrochene Flaschen.
  • Ablaufplan: „Ob es wohl bald Abendessen gibt?“ – Ein Blick auf den Ablaufplan bietet eine angenehme Orientierung.

3. Erinnerungen schaffen!

  • Für euch ist es DER Tag, für eure Gäste (leider nur) EIN Tag, für manche ist es eine von fünf Hochzeiten in der Saison. Hier gilt es nicht, die beste Hochzeit für eure Gäste zu organisieren, sondern ein Fest, an das sie sich immer wieder erinnern werden. Und ihr euch auch. Hier ein paar Ideen: 
  • Namenskärtchen: Personalisiertes ist immer schön und wird gerne mitgenommen. Hier bietet es sich an, die Namen mit dem Gastgeschenk zu verbinden (z.B Kekse, Döschen, kleine Töpfe, usw.)
  • Untersetzer: Liegt praktisch schon auf dem Platz des Gastes und sorgt für Bewunderung und Freude. Kann schnell mitgenommen werden und findet seinen Platz oder sogar seine Verwendung daheim.
  • Gastgeschenke: Hier liegt die Kunst darin, etwas Passendes zu finden. Wie oft werden Geschenke nur von Platz zu Platz gelegt und dann entsorgt. Das Gefühl von „Wohin damit?“ soll nicht aufkommen. Jeden Geschmack werdet ihr nicht treffen können, aber überlegt vorher, worüber ihr euch freuen würdet und was bei euch schnell im Müll landen würde.
  • Fotobox: Ein Paar- oder Gruppenfoto ohne den Fotografen rufen zu müssen, eine super Beschäftigung während Leerläufen oder für „Ich tanze nicht gerne“-Menschen. Meiner Meinung nach macht die Fotobox nur Sinn, wenn eure Gäste die Bilder auch direkt mitnehmen können. Auf dem Weg zum Tisch nochmal mit anderen darüber lachen, ein Foto davon schnell an Freunde schicken und es dann zu Hause an die Magnetwand hängen und immer mal wieder daran denken – unbezahlbare Erinnerungen. Aus Erfahrungen guckt sich kaum jemand die Bilder einige Tage später online an. Viel zu schade, oder?

Tipp: Spart das Geld für die Gastgeschenke und investiert in die Fotobox. Die Bilder landen nicht im Müll und ihr habt alle etwas davon.

4. Fotos

  • Fotos haben etwas Magisches, sie versetzten uns in Momente zurück. Beim Anblick unserer Hochzeitsfotos spielt sich ein Film ab und ich fühle diesen Moment noch einmal.
  • Sagt dem Fotografen genau, was er festhalten soll: Bestimmte Dekoelemente, bestimmte Personen oder Momente, Gruppenfotos. Habt ihr den Fotografen nach eurem Gefühl und seiner Art zu fotografieren ausgewählt, seid ihr auf der sicheren Seite. Dennoch helfen grobe Angaben nicht nur der Person hinter der Kamera, sondern auch eurem Gefühl.

5. Zeit zu zweit

  • Wer es nur den anderen recht macht, kommt am Ende zu kurz.
  • Plant Zeit ein, in der ihr ungestört sein könnt. Ohne Zuschauer, ohne Fotografen. Ein kurzer Spaziergang, die Fahrt zur Location. Nehmt euch die Zeit und macht deutlich: Es geht um uns, nicht um die anderen.
  • First Look: Einander zum ersten Mal als Braut und Bräutigam sehen – Dieser Moment ist besonders. Wenn ihr diesen für euch haben wollt, bietet sich ein „First Look Shooting“ an. Glaubt mir, der Fotograf ist in diesem Moment gar nicht anwesend für euch 😉 Wenn ihr diesen Moment wirklich nur für euch haben wollt, lasst den Fotografen einfach weg. Besonders ist es alle mal und nicht zu unrecht sagen viele Paare, dass es einer der schönsten Momente des Tages war.

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